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Große lesen für Kleine!

Der Bundesdeutsche Vorlesetag, der seit 2004 als gemeinsame Initiative von DIE ZEIT, Stiftung Lesen und der Deutschen Bahn Stiftung ausgerichtet wird, fand am Freitag, den 16. November 2018, zum fünfzehnten Mal als „das größte deutsche Vorlesefest“ auch im Erzbischöflichen Maria-Ward-Gymnasium Nymphenburg statt.

Gemäß dem Motto „Große lesen für Kleine“ hatten sich neun Schülerinnen der Q 12 meines Deutsch-Kurses im Rahmen einer Kreativ-Aufgabe der Herausforderung gestellt, den 128 Schülerinnen der vier fünften Eingangsklassen nicht nur eine Leseprobe aus den drei vorzustellenden prämierten Jugendbüchern zu bieten, sondern das Ganze in einem möglichst unterhaltsamen und die Schülerinnen der Unterstufe aktivierenden Rahmenprogramm einzubetten, was als durchwegs gelungen zu bewerten ist.

Nach der Begrüßung durch Herrn Dr. Schmelter wurde von den Schülerinnen das weitere Programm gestaltet:

So stellten Isabell, Alyssa und Anne-Marie das preisgekrönte Jugendbuch „Der magische Faden“ vor. Der britische Autor, Tom Llewellyn, erzählt hier von einem unheimlich aussehenden schwarzen Faden: „Als Markus ihn vorsichtig berührt, bekommt er einen elektrischen Schlag. Doch damit nicht genug! Der Faden bewegt sich und schlängelt sich quer durch das Haus bis zum Dachboden. Dort stoßen Markus und seine Geschwister auf alte Briefe ihres Vaters. Fünf Jahre ist es her, seit er in Griechenland eine ungeheuerliche Entdeckung gemacht hat. Seitdem ist er spurlos verschwunden. Die Spur führt direkt zum Labyrinth des Minotaurus … “.

In die Leseprobe wurde von den drei Schülerinnen durch eine kurze Theaterszene eingeführt, in der die Anlieferung und der Empfang des geheimnisvollen Pakets, in dem sich der Faden befindet, gezeigt werden: Die Szene spielt auf der Veranda des Hauses: ‚„Mach das verflixte Ding endlich auf“, verlangte Lukas und griff danach. Ich schob seine Hände weg, schnitt die Schachtel dann mit dem Plastikmesser auf, das den Tacos beigelegt war, und kippte den Inhalt auf den Tisch.“‘  Im Nu war die Veranda hell erleuchtet.“‘ Alles Weitere entfaltete dann die Leseprobe. An deren Ende wurden die Schülerinnen gebeten, unter ihrem jeweiligen Sitzplatz nachzuschauen. Offensichtlich hatten sich Motten unter den Stühlen versteckt. Alle Schülerinnen, die eine Motte gefunden hatten, durften dann auf die Bühne kommen und aus geheimnisvollen Briefen vorlesen.

Alina, Helen und Natalie führten ihre Gäste in das nächste prämierte Buch ein. Veröffentlicht wurde es von der Autorin Lene Kaaberbol, einer der bekanntesten dänischen Kinderbuchautorinnen. Ihre Fantasy-Serien wurden bisher in 25 Sprachen übersetzt. Für ihre „Wildhexe-Serie“ wurde sie mit dem wichtigsten Kinderbuchpreis Dänemarks geehrt, dem Orla Preis. Der Titel des Buches lautet: „Wildhexe – Die Feuerprobe“.

Die Hauptrolle spielt in diesem Buch ein Mädchen namens Clara, die sich eigentlich für ganz unauffällig hält: „… etwas schüchtern vielleicht und eher unauffällig. Doch als sie von einem schwarzen Kater angefallen wird, tritt ihre besondere Begabung zutage: Sie hat den Wildsinn und kann mit Tieren sprechen. Bei ihrer Tante Isa, die zurückgezogen auf dem Land lebt, lernt sie, ihren Instinkten zu vertrauen und ihre Verbindung zur Natur zu nutzen. So wird Clara eine Wildhexe, die sich vor dem höchsten Rat der Wilden Welt beweisen muss. Dort ist der schwarze Kater an ihrer Seite, er wird ihr neuer Wildfreund – zum Glück, denn die Wilde Welt ist nicht nur aufregend, sondern auch gefährlich.“

Anhand verschiedener beeindruckender Bilder, die auf der Leinwand zu sehen waren, gestalteten die Schülerinnen ihre Leseprobe, die die jungen Zuhörerinnen in die phantasievolle Welt der Wildhexe eintauchen ließ.

Diesen wurden dann die verschiedenen Figuren aus dem Buch mit Hilfe  von Bildern vorgestellt. Das Ganze schloss mit einer Interview-Reihe ab, in denen die Schülerinnen der Unterstufe gefragt wurden, welche Wildhexe sie denn gerne darstellen würden, was auch zu begründen war. Hier beeindruckten dann die verschiedensten, nicht immer ungefährlichen Wildhexen aus den fünften Klassen.

Als drittes Jugendbuch wurde das preisgekrönte Werk „Erdbeersommer“ von den Schülerinnen Melanie, Maria und Tanja vorgestellt. Die Autorin, Ilona Einwohlt, verbindet in diesem Buch erstmals ihre Leidenschaft für Pferde mit ihrem Sehnsuchtsort, der stürmischen Nordsee, und erzählt von den Verwirrungen, die die erste Liebe immer mit sich bringt.

Nach einer ausführlich gestalteten Leseprobe schlossen sich einige Quizfragen an, die aber von den jungen Zuhörerinnen sehr gut beantwortet werden konnten. Dann mussten sie sich einer großen Herausforderung stellen, denn es ging darum, auf der Bühne drei große Puzzles zu erstellen, was sich gar nicht als einfach erwies. Aber schließlich hatten doch alle eine Lösung gefunden, auch die Gruppe, die mit den Klebestreifen zu kämpfen hatte.

Ein großer Applaus belohnte die neun Oberstufenschülerinnen der Q 12 für ihr großes Engagement. Die Buchpräsentationen, die von den Großen für die Kleinen ausgearbeitet worden sind, haben den Schülerinnen der Eingangsklassen zwei kurzweilige Stunden geschenkt.

Auch von mir kommt ein herzliches Dankeschön.

Übrigens: Die vorgestellten drei Jugendbücher können demnächst in der Schülerinnen-Bibliothek ausgeliehen werden.

Dr. Jürgen Schmelter