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Die erste Frühschicht im Advent 2018

Unter dem Motto „Engelbotschaft Weihnachten“ fand die erste Frühschicht am Dienstag, den 27. November 2018, statt.

Herr Dr. Schmelter begrüßte die anwesenden Schülerinnen und die sie begleitenden Lehrkräfte auch im Namen Herrn Pfarrer Soellners und der Schülerinnen der Q 12, die in dieser Frühschicht mitgewirkt haben.

Eröffnet wurde diese Mediation „im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen“.

Im Rahmen einer Hinführung wurde das Motto „Engelbotschaft Weihnachten“ problematisiert:

Erweist sich die Weihnachtsbotschaft nicht als unwirklich und weltfremd, wenn man von der Existenz der Engel als märchenhaften Wesen ausgeht?

Betrifft diese Weihnachtsbotschaft dann überhaupt die Menschen, die in der Moderne leben und fest davon überzeugt sind, dass es eben keine Engel gibt?

Diesen Fragen sollte in einer halben Stunde nachgegangen werden.

So wurden zunächst sprachliche, literaturgeschichtliche und biblische Befunde erhoben. Herausgestellt wurde auch die theologische Schlussfolgerung, die im Rahmen einer „Entmythologisierung der Bibel“ (Rudolf Bultmann) die Vorstellung von Dämonen und Engeln aus der Bibel verbannt hat.

Trotzdem ist aber festzuhalten, dass Engel in unserer Gesellschaft wieder „in“ sind – wir begegnen ihnen als Buchtitel, in Redewendungen, auf Postkarten und Bildern sowie in Poesiealben.

Es stellt sich daher die wichtige Frage: „Kann man, soll man oder darf man überhaupt von Engeln reden?“, stellte Herr Dr. Schmelter heraus.

Als Orientierungshilfe wurde im Anschluss ein Gespräch zwischen einem Großvater und seiner Enkelin unter dem Titel „Engel ohne Flügel“ vorgelesen:

In diesem Dialog stellte der Großvater heraus, dass es wohl die landläufige Vorstellung der Engel gebe: Als Boten Gottes brauchen sie Flügel, damit sie mit den Flügeln vom Himmel auf die Erde fliegen können.

Dem setzte der Großvater seine feste Überzeugung entgegen, dass es gerade auch Engel ohne Flügel gebe: Sie existieren als Boten Gottes auf der Erde. Es sind Menschen, die als Engel ohne Flügel die Botschaft Gottes hier auf der Erde leben, indem sie anderen Menschen mit Liebe und Zuneigung begegnen.

Nach dieser Lesung und nachdem das Lied „Wo Menschen sich vergessen“ gesungen worden war, wurde noch einmal hervorgehoben:

„Himmel und Erde berühren sich, wenn Menschen die biblische Frohbotschaft umsetzen und leben. Und wenn das geschieht, werden Menschen zu Botschaftern Gottes und damit gewissermaßen zu Engeln, zu Engeln ohne Flügel. Und diese Engel ohne Flügel – das sind keine märchenhaften Wesen, sondern sie stehen mitten im Leben.“

Eine Meditation zu diesem Thema, die als Abschluss von Herrn Pfarrer mit stimmungsvoller Gitarrenmusik untermalt wurde, schloss sich an:

„Möge ein Engel über dir sein,
um dich zu behüten,
vor den alltäglichen Gefahren,
damit kein Unheil dein Leben bedroht … .“

Zum Abschluss dieser Frühschicht beteten wir um den Segen Gottes:

„Geht hin als Engel ohne Flügel und Botschafter Gottes:
Ihr seid gesegnet mit den himmlischen Gütern des Mitgefühls, des Mitempfindens und des Mitleidens.

Gesegnet sei euer Weg mit der Barmherzigkeit des Vaters.

Gesegnet sei euer Weg mit der zupackenden Liebe des Sohnes.

Gesegnet sei euer Weg mit der heilenden Kraft des Geistes –

Jetzt, heute, morgen und allezeit.
Und so segne uns der treue Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

Als Schlusslied haben wir gesungen: „Von guten Mächten treu und still umgeben“.

Bedanken darf ich mich bei Herrn Pfarrer Soellner für die musikalische Einstimmung und Begleitung.

Dr. Jürgen Schmelter